Während die einen das Heil am Wasser überlaufener Inseln suchen, haben die anderen es längst auf einem privaten Domizil über Wasser gefunden. Geschmäcker sind verschieden. Die Größe des persönlichen Budgets ist es auch. Aber wer es sich leisten kann, auf den wartet jetzt ein ganz besonderer Lebenstraum, der sich so normal darbieten kann, dass man es durchaus wagt, da hinzuträumen. Hier kommt sie, die Kreation aus dem Hause Ferretti: Custom Line Navetta 30. Ei, ei, ei!
Hier ist sie, die neue Custom Line Navetta 30. Ein mit Spannung erwartetes Projekt von Antonio Citterio, Patricia Viel und Filippo Salvetti. Ein perfektes Ganzes aus maritimer Tradition, feinster Handwerkskunst und jeder Menge lichtvoller Kraft.
Fast 30 Meter lang und über sieben Meter breit, klassische Silhouette, nichts ist aufdringlich, alles ist zurückgenommen, erscheint für die Ewigkeit entworfen zu sein – mit der neuen Navetta 30 gelang schon ein ganz besonderer Wurf. Im Inneren herrschen neue Maßstäbe, zum Beispiel, wie man Licht auf bahnbrechende Art und Weise inszenieren kann, oder wie man Leder, Massivholz, Teak und Seile neu und doch so eingängig inszenieren kann, dass einen sofort das Gefühl überkommt, alles bereits zu kennen, so vertraut mutet es an. Auch die abgerundeten Linien unterstreichen dieses Empfinden, sie erinnern stilistisch an ein Design aus den 60er Jahren, an vertraute Strukturen und sind dennoch völlig neu interpretiert. Dazu garnieren sich die ehrlichsten Blautöne, die den Atem von Ozean und Himmel zu verlängern suchen und den Boden für eine ungefilterte Erfahrung mit dem Meer bereiten. Das alles zusammen schürt eine Sehnsucht. Nach Weite, nach Meer, nach Sonne und vielleicht sogar nach einer Erneuerung der eigenen vier Wände zuhause. Ein "Das will ich auch!"-Gefühl.
Aber nicht nur dieses Zuhause-Empfinden war Maßgabe. Man wollte auch ein neues Raumwunder schaffen. Die großen Fenster im Rumpf, die Decks mit mehr als zwei Metern Kopffreiheit und sehr großzügige Bereiche im Heck und Bug zeugen davon. Man wollte das Volumen der Yacht optimieren und den Funktionswert der gesamten verfügbaren Fläche verbessern. Und nachdem man auf einer Yacht nicht mal schnell ein paar Meter anbauen kann, musste die vorhandene Fläche schlichtweg einfach größer wirken. Das schafft man auch anhand von Licht. Von Anfang an wurde dieses perfekt in die Architektur integriert: Deckeneinheiten auf den verschiedenen Decks wurden so konzipiert, dass sie ein ausgewogenes Beleuchtungssystem, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich schaffen, das dann aber wiederum durch stärker fokussierte Lichtquellen ergänzt wird, um Designobjekte und Kunstwerke hervorzuheben. Auch architektonische Merkmale wie Treppen und Fenster wurden zu einem integralen Bestandteil der Beleuchtung, die so eine flüssigere Beziehung zum Außenbereich herstellen. Dekorative Wandleuchten bereichern die Räume mit Reflexionen und Lichteffekten und verleihen ihnen zusätzlich Persönlichkeit. Die Verwendung der Warm-Dimming-Technologie, zur Anpassung der Intensität und des Tons des Lichts, betont nochmals die häusliche Seite der Yacht und ermöglicht es, unterschiedliche Lichtstimmungen zu erzeugen und das Wohnerlebnis zu personalisieren.
Wie gesagt, on board war jetzt nicht möglich. Ein Zoom Call mit der weltweit renommierten Designerin Patricia Viel aber sehr wohl. Und Boote, so erfahren wir, bedeuteten schon immer ihr Leben:
„Ich bin jemand der sehr gerne auf dem Wasser ist. Antonio Citterio übrigens auch, er verbringt sehr viel Zeit auf Yachten und mietet diese. Ich habe selbst ein kleines Boot und auch in meiner Jugend verbrachte ich mit der Familie viel Zeit auf dem Meer. Das ist also Teil ein meines Lebens, eines anderen Lebens, bei dem alles, was um einen herum passiert, wie ein Film anmutet. Zwar befindet man sich in der Realität, aber dadurch, dass sich alles bewegt, wirkt es wie eine Filmkulisse. Und genau das ermöglicht es mir, mich zu entspannen und Abstand zu gewinnen. Zudem fühle ich mich auf einem Boot immer sicher. Es ist wie eine Privatinsel. Man ist dort alleine oder in der Gesellschaft, die man wählt, man entscheidet, wo man wann sein möchte. Das ist ein Gefühl, alles kontrollieren zu können.“
Warum sieht die Navetta 30 nun so aus, wie sie aussieht? Sie erinnert in ihrem Design ja an die 60er Jahre.
„Ja, sie erinnert ein wenig an die 60er Jahre. Wir wollten ein klassisches Umfeld mit nautischen Elementen schaffen. Wie abgerundete Ecken und dass alles aus einem Guss ist, die Möbel über dem Boden schweben und man diese ganz bestimmte Kontinuität spürt, die Weite und den enormen Platz. Wichtig war auch, dass man alles an die persönlichen Bedürfnisse anpassen kann, was ja Teil des Custom Line Konzeptes ist. Wenn man also eine Party geben möchte, kann man ganz mühelos alles derart umgestalten, dass enormer Platz entsteht, es aber immer seinen Stil beibehält.“
Auf den ersten Blick erscheint das Design sehr reduziert. Dann wiederum entdeckt man, wie verspielt es ist. Zum Beispiel erinnert eine Treppe an die Propeller einer Schiffsschraube oder eines Flugzeugs.
„Wir haben versucht alles zu koordinieren, einen Zusammenhang des Stils zu schaffen und haben das Ganze durch Einzelstücke belebt. Jedes Material wiederholt sich bei verschiedenen Stücken aber dann gibt es Solitärstücke, wie eben diese Treppe oder die Bar auf dem Sonnendeck, die das Ganze noch lebendiger gestalten und ergänzen.“
Nachdem die Küche ja immer Mittelpunkt des Zuhauses ist und ein beliebter Treffpunkt – warum hat man keine große Küche eingebaut, wenn man schon bemüht war, alles wie ein Zuhause anmuten zu lassen?
„Das haben wir tatsächlich überlegt! Custom Line ist ja ein sehr flexibles Programm, bei dem man alles an persönliche Bedürfnisse anpassen kann. Und im Zuge der vielen Entwürfe zu Beginn, haben wir tatsächlich auch eine Version mit einer gigantischen Show- Küche auf dem Hauptdeck entworfen. Aber in einer Küche auf einer Yacht diesen Ausmasses ist die Küche Tag und Nacht in Betrieb. Wenn man also dort eine Küche haben wollte, bräuchte man eigentlich zwei Küchen: Eine Show-Küche für den Aperitif und für Events und eine Küche, in der tatsächlich zubereitet wird. Das wäre zwar durchaus möglich, war aber hier nicht die Lösung.“
Das Meer ist jetzt nicht immer nur ruhig. Was passiert mit dem schönen Interior, wenn wirklich Seegang herrscht?
„Jedes Möbelstück ist an nautische Gegebenheiten angepasst. Die Möbel sind am Boden befestigt, gesichert, jedes Sideboard, jeder Schrank hat kleine Abteile, wo Stücke wie Vasen, gesichert werden können.“
Aber eine derartige Yacht bemisst sich natürlich nicht nur am Aussehen. Leistung ist ebenso gefragt.
So ist die Custom Line Navetta 30 mit zwei MAN i-6-Motoren mit jeweils 800 PS ausgestat- tet und verfügt über ein Plug-in-Hybridantriebssystem (optional) zur Minimierung der CO2- und NOX-Emissionen pro Meile und Tonne. Mit den MAN V8-Motoren mit einer Leistung von 1000 PS im ersten Aggregat verfügt die Superyacht über eine transatlantische Reichweite von etwa 2.000 Seemeilen bei einer Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten und ist so ideal für lange Strecken geeignet und bietet die besten Leistungsstufen der Kategorie.
Ein neues Maß an Effizienz wird durch ein völlig neues Design der Rumpfgeometrie erreicht, das von der technischen Abteilung der Ferretti Group unter Verwendung von CFD-Techniken mit sich ver- jüngenden Heckabschnitten entwickelt wurde. Dies führt zu bisher unerreichbaren Ergebnissen in Bezug auf den Kraftstoffverbrauch, geht jedoch keine Kompromisse bei der Verfügbarkeit von Innen- raumvolumina ein, wobei der Verbrauch während der Navigation sogar geringer ist als bei Einheiten, die viel kleiner als die Navetta 30 sind. Die Bildung von Seitenwellen wurde ebenfalls minimiert. Und um maximalen Komfort vor Anker zu gewährleisten, kann die Navetta 30 optional mit Stabilisatorflossen mit Nullgeschwindigkeitsfunktion und einem Seakeeper ausgestattet werden.
Der Komfort vor Anker und während der Navigation wurde eben- falls auf einen ungewöhnlich hohen Standard erhöht, sowohl dank einer neuen Dämpfungskupplung an der Antriebsleitung als auch anhand der Weiterentwicklung der Schalldämmung. Anhand einer mathematischen Analyse, die auf jede einzelne Geräusch- und Vibrationsquelle abzielt, wurden so schallisolierte Decken installiert und ein schwimmender Boden, der die Schallübertragung vom Maschinenraum in die anderen Bereiche verringert.
Aber wer kauft eigentlich derartige Yachten? Sind das Menschen, die lieber auf einer Yacht ihre Freizeit verbringen als in einem privaten Feriendomizil? Oder haben diese Kunden meist beides? Wir sprachen mit Alberto Galassi, dem CEO der Ferretti Group.
„Diejenigen, die sich für den Kauf von Custom Line entscheiden, entscheiden sich für die Philosophie dieser Marke - The Art of Going Beyond - lange Strecken auf See auf einer Superyacht zu verbringen, die dank maximaler Zuverlässigkeit und Sicherheit das Vergnügen bietet, das in vollem Komfort zu tun. Custom Line Yachten, die eine echte Arbeit der Marinetechnik sind, sind perfekt für diejenigen, die an Bord die gleiche familiäre Atmosphäre wie in ihrem Zuhause auf dem Festland erschaffen möchten.
Der allgemeine Trend der neuen Generation von Yachten besteht darin, Villen und schwimmende Lofts zu bieten. Egal, welche Größe die Yacht hat. Das perfekte Beispiel für diesen Trend
sind Custom Line-Yachten: Diese bieten immer größere und anspruchsvollere Innenbereiche, die die Lebensqualität an Bord maximieren und dem Eigner, dank der speziellen Konstruktion des Bewegungsraumes, absolute Privatsphäre bieten und gleichzeitig sicherstellen, dass sich die Besatzung frei an Bord bewegen kann, um alltägliche Operationen durchzuführen.“
Was erwarten Sie, wieviele Sie davon verkaufen? Gibt es hier Zielvorgaben und lassen diese sich in der aktuellen Situation auch umsetzen?
„Custom Line hat weiterhin einen großen Erfolg. Im Jahr 2020 haben wir nicht nur keine Auftragsstornierungen erhalten, sondern wir haben sogar das Custom Line Navetta 30-Projekt angekündigt und es Ende Oktober gestartet. Darüberhinaus hat Custom Line im vergangenen Jahr 14 Yachten und in den ersten drei Monaten dieses Jahres 7 Yachten auf den Markt gebracht. In 2021 werden die Reeder weiterhin ein höheres Maß an Privatsphäre als bisher anstreben: Die Familie und die Gäste an Bord müssen die Möglichkeit haben, so wenig Kontakte wie möglich zur Besatzung zu haben. Dies ist bereits auf größten Yachten wie den Custom Line-Modellen möglich, könnte aber auch auf kleineren Booten implementiert werden. Wir erleben von unseren Kunden, dass die Rückkehr zum engen Kontakt mit der Natur immer wertvoller wird, und es gibt einfach keinen besseren Weg dies zu tun, als das Meer privat mit denen zu genießen, die wir lieben. Unsere Yachten gehören zu den schönsten und intimsten Orten, an denen man Zuflucht suchen und mit seiner Familie in einer sehr sicheren Umgebung zusammen sein kann.“
Wie verhält sich der Yacht-Markt im Allgemeinen. Hat die Pandemie ihm schaden können oder ist das Klientel derartiger Yachten hier aussen vor gewesen?
„Die Pandemie war für die meisten Branchen eine Art Stresstest, und die Yachtbranche gehört dazu. Yachtshows wurden verschoben oder abgesagt, aber wir gleichen die verlorene Zeit aus, indem wir noch exklusiver werden und maßgeschneiderte Termine mit unseren Kunden ausarbeiten. Darüber hinaus hat die soziale Distanzierung in der Tat die Bedeutung von Kommunikation und digitalen Tools in ein völlig neues Licht gerückt. Für die Ferretti Group ist das nur die Beschleunigung eines Trends, in dem wir bereits Vorreiter sind. Wir glauben fest an den Wert des Vertrauens und der menschlichen Beziehungen, der mit unterschiedlichsten Maßnahmen gepflegt werden muss. So standen wir zu jeder Zeit in engem Kontakt mit den Eigentümern und haben unsere Kun- den auch aus der Ferne erreicht. In Anbetracht dieses besonderen Moments, in dem wir alle leben und der aktuellen internationalen Regeln der sozialen Distanzierung erwarten wir auch in diesem Jahr eine steigende Nachfrage nach "sicheren" Yachturlauben.“
Das Design der Yacht erscheint sehr „normal“ und bodenständig. Ist die Zeit von in Gold getauchten Luxusyachten vorbei?
„Es ist definitiv ein neues Kapitel in der Custom Line-Welt und eine neue Dimension des Designs. Für die Innenräume wurde das innovative Designschema erstmals in Zusammenarbeit mit dem Studio Antonio Citterio/Patricia Viel entwickelt und prägt nun das gesamte Projekt. Sie erarbeiteten das "traditionelle maritime Thema" der Innenräume. Die Innenausstattung erforderte viel Aufwand, um einen unverwechselbaren Charakter zu erreichen, da wir wollten, dass sie einen starken nautischen Ausdruck beibehält, aber durch die vollständige Verbindung von Innen- und Außenräumen weniger formal erscheint und stärker auf den Lifestyle-Aspekt ausgerichtet ist.“
Apropos Lifestyle: Italien hat unter der Pandemie sehr gelitten. Hat sich der Lebensstil und das Denken durch diese harte Zeit in Italien verändert? War’s das mit „La Dolce Vita“?
„Italiener schätzen und feiern alle Aspekte des Lebens. Sie nehmen sich Zeit, um gut zu essen und zu trinken, um sie mit der Familie zu verbringen, schöne Architektur und Design zu erleben und das schöne warme Klima zu genießen. Ich kann also sagen, dass "La dolce vita" immer noch existiert und dies nach wie vor unsere Art ist, das Leben zu leben!“
Was brauchen Sie persönlich im Leben, um wirklich glücklich zu sein und haben Sie sich das bereits erfüllen können?
„Ich bin mir nicht sicher, ob mein Leben genau das ist, wovon ich als Kind geträumt habe, aber ich kann sagen, dass es dem sehr nahe kommt. Ich liebe meinen Job und bin ständig von Familie und Freunden umgeben. Ich bitte nur darum, diesen Weg so fort- setzen zu können, bedingt durch die grundlegende Komponente jeden Seins: Fortune. Ich kann nur darauf hoffen – das ist alles!“